Psychologie Aufnahmetest Zusammenfassung Buch Kapitel 06

Psychologie Aufnahmetest Zusammenfassung Kapitel 06

Da der komplizierte Teil für den Aufnahmetest Psychologie in Österreich der Theorieteil ist, habe ich das hier mal zusammengefasst.

Die einzelnen Kapitel des Buches und des Skriptes sind jeweils auf einer eigenen Seite zusammengefasst, damit nicht soviele Informationen auf einer Seite sind.

Der theoretische Teil basiert auf dem Buch Psychologie von Rainer Maderthaner, 2. Auflage.

Allerdings musst du nicht das komplette Buch lernen, sondern nur bestimmte Kapitel. Grob geschätzt sind das ca. 3/4 des Buches. Also immer noch deutlich über 200 Seiten.

Das Buch selbst ist für mich nicht besonders übersichtlich und daher habe ich mir die wichtigsten Punkte auf eigenen Folien zusammengestellt.

Psychologie von Rainer Maderthaner, 2. Auflage

Warum Folien?
Ich finde PowerPoint einfach perfekt, um schnell und einfach Dinge grafisch aufzubereiten.

Das ist natürlich eine persönlich gefärbte Zusammenfassung, aber würde mich freuen, wenn es dir hilft.

Lies dir die folgenden Punkte durch, lerne alle genannten Themen - und du bist sicher drin!

Die relevanten Kapitel zum Lernen stehen auch als Download bereit. Darin findest du alle Kapitel die für die Prüfung wichtig sind - du musst das Buch also NICHT kaufen!

Download des Buches 2020 (246 Seiten)
Download des Buches 2021 (184 Seiten)

Du kannst beide Versionen zum Lernen verwenden, allerdings enthält der Download von 2020 etwas mehr Seiten, da früher mehr Kapitel geprüft wurden. Die 184-Seiten-Version ist also perfekt für die aktuelle Aufnahmeprüfung.


Du kannst auch auf ein Bild bzw. Folie klicken und dann wird sie größer dargestellt - nochmals klicken und die Folie ist wieder normal.

Und jetzt los mit dem Aufnahmetest Psychologie!

Übrigens: Das Dokument gibt es auch als PDF. Hier das PDF für den Aufnahmetest Psychologie 2021 / Kapitel06.

Kapitel 06: Zusammenfassung




6.1. Kapitel 6

Kapitel 6

Outline: Lernen und Anpassung;


6.2. Was ist Lernen?

Was ist Lernen?

Outline: Erfahrungsbedingte, Dauerhafte, Modifizierbare | | Anpassung von | Wahrnehmungen, Vorstellungen, Denkprozessen, Gefühlen, Motivationen, Verhaltensweisen | | an Lebensbedingungen. | | Verbunden mit Funktionsänderung neuronaler Strukturen;

Notes:
Der entscheidene Punkt beim "Lernen" ist die Funktionsveränderung der neuronalen Strukturen.


6.3. Menschliches Verhalten

Menschliches Verhalten

Outline: Doppelt-hierarchische Organisation | Resultat von | Unwillkürlicher Steuerung | Reflexe | Erbkoordinationen | Automastismen | Willkürlicher Steuerung | Bewusste Handlungsentwürfe;Aufsteigendes Retikuläres Aktivierungssystem (ARAS);

Notes:
Die kybernetische Sicht des menschlichen Verhaltens, kann als doppelt-hierarchisch aufgefasst werden.

Einerseits gibt es eine bewusste "Top-Down" Richtung, also ein bewusst kontrollierte Motorik und andererseits eine automatische "Bottom-Up" Richtung, also Reflexe, Gewohnheiten und Triebreaktionen, welche unwillkürlich ablaufen.

Die Formatio reticularis ist ein netzartiges Gebiet im Hirnstamm. Die kortikalen Aktivitäten müssen mit dem ganzen System zeitlich koordiniert werden. Dazu gehen von der Netzsubstanz des Thalamus Verbindungen in alle Teile des Cortex, die „Aufsteigendes Reticuläres Aktivierendes System“ (abgekürzt ARAS) genannt werden.

Kybernetik ist nach ihrem Begründer Norbert Wiener die Wissenschaft der Steuerung und Regelung von Maschinen, lebenden Organismen und sozialen Organisationen.


6.4. Erbkoordinationen

Erbkoordinationen

Outline: Angeborene Auslösemechanismen (AAM) | Reizabhängige Verhaltensprogramme | Nicht durch individuelle Erfahrung gewonnen | Reifen in bestimmten Alter aus | Auslöser Kindchenschema | Konrad Lorenz – 1943 | Ritualisierung: zweckentfremdete Erbkoord.;

Notes:
Das Kindchenschema wurde erstmals von Konrad Lorenz beschrieben und ist ein Beispiel für einen angeborenen auslösenden Mechanismus (AAM).

Bei der Ritualisierung kommt es zu einer Zweckentfremdung von Erbkoordinationen. Als Beispiel kann man das Füttern von Jungtieren sehen. Das ursprüngliche Füttern hat sich zu Schnäbeln bzw. Küssen entwickelt.
Aktivierung und Lernen



6.5. Aktivierung und Lernen

Aktivierung und Lernen

Outline: Biologischer Indikator für Bedeutsamkeit | Erregungszunahme des ZNS | “Brain-Trigger-Design” | Guttmann & Bauer 1984 | +25% Merkleistung bei erhöhter neuronaler Aktivierung | Aktivierungssystem im Stammhirn spricht an auf : | Änderung der Umwelt (Wahrnehmungssituation) | Änderung im Organismus (Bedürfnislage);

Notes:
Die Erregungszunahme des Zentralnervensystems (ZNS) hat sich vermutlich früh als Indikator für die Bedeutsamkeit von Ereignissen gebildet.

Das "Brain-Trigger-Design" von Guttmann & Bauer stellt das Lernmaterial immer in Phasen erhöhter neuronaler Aktivierung bereit und damit waren 25% verbesserte Lernleistungen nachweisbar.

Das Aktivierungssystem sorgt dafür, dass bei einer Umweltänderung oder einer Änderung im Organismus eine Erregungszunahme im ZNS stattfindet.


6.6. Aktivierungssystem

Aktivierungssystem

Outline: Grober Regulationsmechanismus | Aktivierungsabfall entscheidet über Speicherung | Trainingsweltmeister | Guttmann – 1986 | Leistungsabfall Training > Wettbewerb durch übermäßige Aktivierung;

Notes:
Ob Informationen gespeichert werden und in welchem Umfang hängt hauptsächlich vom Aktivierungsabfall ab.

Guttmann konnte den Effekt des „Trainingsweltmeisters" herausfinden. Der Leistungsabfall zwischen Training und Wettkampf kommt demnach durch übermäßige Aktivierung zustande.

Das Aktivierungssystem ist nur ein grober Regulationsmechanismus, welcher bei komplexeren Lebensformen durch ein differenzierteres Bewertungssystem, dem limbischen System, ergänzt, wurde.


6.7. Bewertungssystem

Bewertungssystem

Outline: Phylogene bei Säugetieren | Limbisches System | Differenziertes zentralnervöses Bewertungssystem | IST - SOLL Vergleich | Positives Gefühl > Zustand aufrecht erhalten | Negatives Gefühl > Zustand ändern;

Notes:
Die Ausbildung des differenzierteren Limbischen Bewertungssystems fand in der Phylogenese (stammesgeschichtliche Entwicklung) von komplexeren Lebensformen statt.

Das limbische System vergleicht den Ist-Zustand des Organismus mit dem Soll-Zustand und entscheidet je nachdem ob der Zustand aufrecht erhalten werden soll oder geändert werden muss.


6.8. Aktivierungspegel

Aktivierungspegel

Outline: Hypoaktivierung;Hyperaktivierung;WICHTIG;WICHTIG;WICHTIG;Zeit;Aktivierung; ZNS; ZNS; ZNS;ZNS = Speicheraktivität im ZNS;Stimulation;Interesse;Angst, Aggression, Stress;

Notes:
Die Abbildung zeigt, dass sich bei bedeutsamen Ereignissen der Aktivierungspegel erhöht und, nachdem die Situation geklärt ist, wieder sinkt.

Der sinkende Aktivierungspegel ist ein Indikator, dass die vorausgehenden Ereignisse wichtig waren und damit gespeichert werden.

Da sowohl ein zu hoher als auch zu niedriger Aktivierungspegel negative Auswirkungen auf die Speicherleistung hat, ist das optimale Niveau im Bereich "Interesse„ zu finden.

 Was lernen wir daraus? Keine Angst vor der Prüfung, weil dann bist du hyperaktiviert und nicht langweilig finden, weil dann bist du hypoaktiviert. Das Thema einfach interessant finden und dein neuronales Lernnetz ist 25% effektiver!


6.9. Yerkes-Dodson-Gesetz

Yerkes-Dodson-Gesetz

Outline: Yerkes & Dodson – 1908 | Folge für bessere Leistungen | Schwere Aufgaben bei niedriger Aktivierung | Leichte Aufgaben bei hoher Aktivierung | ;Mittleres Aktivierungsniveau ist optimal für geistige Leistungen.;

Notes:
Das Yerkes-Dodson-Gesetz besagt, dass ein mittleres Aktivierungsniveau optimal ist.

Um optimale Lernleistungen zu erzielen, sollten daher schwierige Aufgaben bei niedriger Aktivierung und leichte Aufgaben bei hoher Aktivierung durchgeführt werden.

Man soll sich also weder im Bereich der Hypoaktivierung (Unter-Aktivierung) noch im Bereich der Hyperaktivierung (Über-Aktivierung) befinden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Yerkes-Dodson-Gesetz


6.10. Aktivierungsbezogenes Speicher

Aktivierungsbezogenes Speicher

Outline: Möglicherweise biologisches Grundprinzip des Lernens | Routtenberg – 1968 | | Basis sind neuro- | psychologische Befunde;Positive Erlebnisse | (Triebbefriedigung, Erfolge, “Aha-Effekt”);Aktivierung | Belohnungszentrum | Limibisches System;Verstärkung | Lernspezifischer | Neuronenverbindungen;Reduktion unspezifischer Erregung;+;-;

Notes:
Das aktivierungsbezogene Speichern könnte das biologische Grundprinzip des Lernens darstellen.

Aryeh Routtenberg kam auf das Prinzip aufgrund neurologischer Befunde. Dabei kommt es durch positive Erlebnisse zu einer Aktivierung der Belohnungszentren im Limbischen System.

Durch diese Aktivierung wird einerseits eine Hemmung von unspezifischer Erregung (störender Erregung) ausgelöst, also auch eine Verstärkung von lernspezifischen Neuronenverbindungen.


6.11. Gedächtnisprüfung

Gedächtnisprüfung

Outline: Experiment von Brenner – 1973 | Wiedergabe nach Zuhören oder Vorlesen | Wiedererkennen | ~75% | ~85%-95% bei vorgelesen Wörter | Reproduzieren | ~30% | “Next-in-line-effect” | Wörter vor dem Vorlesen schlechter gemerkt | ;

Notes:
Beim Experiment nach Malcolm Brenner sitzen 11 Probandenpaare zusammen, wobei einer ein Wort vorliest und der andere zuhört. Die Aufgabe der Probanden liegt darin, sich alle Wörter zu merken.
Die Werte beim Reproduzieren sind mit 30% natürlich um einiges geringer als beim Wiedererkennen.
Beim Wiedererkennen ist es jedoch so, dass die selbst vorgelesenen Wörter mit etwa 85%-95% deutlich besser gemerkt werden, also die anderen Wörter, mit etwa 75%.

Dieser Effekt könnte dadurch erklärt werden, dass durch das Vorlesen das Aktivierungsniveau steigt und danach wieder abfällt - und das ist der Indikator um das eigene Wort besser zu speichern.

Next-in-line-Effekt: Ein weiterer interessanter Effekt ist, dass die Wörter kurz vor dem Vorlesen deutlich schlechter gemerkt wurden.


6.12. Speicherstrukturen Gehirn

Speicherstrukturen Gehirn

Outline: “Neuronendoktrin” | Camillo Golgi & Santiago Ramón y Cayal – 1906 Nobelpreis | Drei wichtige Gehirnkomplexe | Hirnstamm | Aktivierungsregulation, vegetative Reaktion | Limbisches System | Konsolidierung, emotionale Reaktion | Großhirn | Speicherung, Klassifikation, Abruf;

Notes:
Die Neuronendoktrin besagt, dass das Gehirn nicht aus einem einzigen zusammenhängenden Netzwerk besteht, sondern aus einzelnen Neuronen, welche über Schnittstellen miteinander verbunden sind. Diese Sichtweise wurde von Ramón y Cajal vertreten, der eine Färbetechnik für die Sichtbarmachung von Neuronen von Golgi nutzte.

Extrainfo: Der italienischen Mediziner Camillo Golgi (1843 — 1926) und der spanischen Anatom Santiago Ramón y Cajal (1852 — 1934) erhielten 1906 gemeinsam den Nobelpreis für Medizin – „in Anerkennung ihrer Arbeiten über die Struktur des Nervensystems“.

Und beide waren erbitterte Feinde, da sie die Erkenntnisse über Neuronen unterschiedlich interpretierten ;)


6.13. Funktion Gehirnregionen

Funktion Gehirnregionen

Outline: Birbaumer & Schmidt - 2006;Hirnstamm | | Mittelhirn, Hinterhirn, Nachhirn | | Allgemeines Aktionsniveau | | Vegetative Funktionen (Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung, Schlag, …) | | Ursprung von 10 (12) Hirnnerven | Parasympathikus (Nervus Vagus) | | Autonom und starr;Limbisches System | | Zwischen- und Endhirnanteile | | Emotionales Gehirn | | Funktion von Hippocampus Voraussetzung für Einprägen von Erlebnissen und Wissen (Konsolidierung);Großhirn Neocortex | | Vier Gehirnlappen | 1. Stirnlappen/ | Frontallappen | 2. Scheitellappen/ | Parientallappen | 3. Schläfenlappen/ | Temporallappen | 4.Hinterhauptslappen/ | Okzipitallappen;1;3;2;4;

Notes:
Die wesentlichen Funktionen der Gehirnregionen wurden von Birbaumer & Schmidt beschrieben.

Hirnstamm: Der Hirnstamm ist auch der Ursprung der Hirnnerven. Der Hirnstamm ist relativ starr und autonom und für die vegetativen Funktionen zuständig.

Limbisches System: Das limbische System ist stark mit den anderen Teilen des Gehirns vernetzt und zuständig für die Entstehung von Gefühlen, daher auch "Emotionales Gehirn„

Extrainfo: Im Buch stehen 10 Hirnnerven aber meistens wird von12 Hirnnerven gesprochen. Der Sehnerv und der Riechnerv sind Teil des Gehirns aber warden trotzdem zu den Hirnnerven gezählt.


6.14. Modell Globaler Arbeitsspeicher

Modell Globaler Arbeitsspeicher

Outline: Heutige Sichtweise | auf das Gehirn | Gruppierung | stark vernetzter, | simultan interagierender | Neuronensysteme;Long-Term Memory (PAST);Attentional Systems (FOCUSING);Evaluative Systems (VALUE);Perceptual Systems (PRESENT);Motor Systems (FUTURE);Global Workspace;

Notes:
Das Modell des globalen Arbeitsspeichers ist ein Modell der Gehirnfunktionen. Der globale Arbeitsspeicher ist dabei ein Verbindungsnetzwerk, welches die anderen Komponenten steuert.

Das Modell ist natürlich nur schematisch gemeint und die einzelnen Komponenten sind keinen bestimmten Regionen im Gehirn zugeordnet.

https://en.wikipedia.org/wiki/Global_workspace_theory


6.15. Gehirnhemisphären

Gehirnhemisphären

Outline: Dominante Hälfte | Sprache, Logik | Überwiegend linke Seite | bei 95% der Rechtshänder | bei 75% der Linkshänder | Nichtdominante Hälfte | Vorstellungen | Musik, Kunst;

Notes:
Bei den Gehirnhemispähren (Gehirnhälften), lässt sich auch eine gewisse Präferenz für Funktionen finden.

Die dominante Gehirnhälfte, bei den meisten Menschen links, ist für eher logische Funktionen zuständig (Sprache, Logik, Mathematik, Schlussfolgern).

Die nicht-dominante Hälfte, bei den meisten Menschen rechts, ist für Vorstellungsleistungen, Musik, Kunst, Kreativität, usw. zuständig.

Extrainfo: Die Verbindung der beiden Hirnhälften erfolgt über das Corpus callosum, auch Balken genannt. Dieser Balken dient dem Informationsaustausch und Koordination zwischen den beiden Hemisphären.

Bei einer Durchtrennung des Balken, kommt es zu einem sogenannten "Split-Brain„. Für die Forschungen über Split-Brain-Patienten wurde Roger Sperry 1981 zur Hälfte mit dem Nobelpreis für Physiologie/Medizin ausgezeichnet. Er konnte die unterschiedlichen Funktionen der beiden Gehirnhemisphären erkennen und nachweisen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hemisph%C3%A4renmodell


6.16. Neuronale Netzwerkmodelle

Neuronale Netzwerkmodelle

Outline: 25 (100) Milliarden Nervenzellen | Birbaumer & Schmidt – 1991 | Pro Nervenzelle bis zu 10.000 Kontakte | Modifizierung der Kontakte zu anderen Nervenzellen | Vermehrung oder Verbreiterung der Kontaktstellen (Dendriten, Synapsen) | Änderung der Impulsübertragung (Ausschüttung Transmitterstoffe);

Notes:
Im Buch werden dem Gehirn etwa 25 Milliarden Neuronen (Nervenzellen) zugeschrieben. Soweit das aus anderen Veröffentlichungen bekannt ist, geht man heute aber eher davon aus, dass das Gehirn aus knapp 100 Milliarden Neuronen besteht.

Extrainfo: Eher mal die knapp 100 Milliarden Nervenzellen merken und die 25 Milliarden als historische Information ablegen.

Es gibt auch Nervenzellen, welche bis zu 100.000 Kontakte aufnehmen, also auch deutlich mehr als die erwähnten 10.000.


6.17. Nervenzelle - Neuron

Nervenzelle - Neuron

Outline: Impulsausbreitung;Synapsen anderer Neuronen;Dendriten;Zellkörper;Zellkern;Axon;Synapsen;Dendriten anderer Neuronen;Axon;Synapse;Dendrit anderes Neuron;Synaptischer Spalt;Vesikel mit Transmitterstoffen;

Notes:
Eine Nervenzelle besteht aus dem Zellkörper und dem darin befindlichen Zellkern. Die Eingangsimpulse kommen über die sogenannten Dendriten und die Ausgangsinformation wird über das Axon geschickt. Das Axon hat am Ende Synapsen, welche die Verbindungen (über chemische Botenstoffe) zu den Dendriten anderer Nervenzellen herstellt.

Während die Informationsübertragung von Synapsen auf Dendriten (meist) auf chemischem Weg erfolgt, ist die Informationsweiterleitung im Axon elektrisch.

Extrainfo: Der Begriff „Neuron" kommt übrigens von Wilhelm von Waldeyer-Hartz, einem deutschen Anatom. Bereits 1881 vermutete er die Nervenzelle als Grundeinheit des Nervensystems und benutzte den Begriff "Neuron". 1888 prägte er auch den Begriff „Chromosom" für die Beschreibung der Strukturen im Zellkern.


6.18. Langzeitpotenzierung

Langzeitpotenzierung

Outline: Mechanismus der Verbindungsmodulation | Hebb’sche Lernregel – 1949 | | Verstärkung der Impulsübertragung von gleichzeitig erregten Nervenzellen | | Neuronale Netzwerkmodelle | Theorierichtung des Konnektionismus;

Notes:
Die Hebbsche Lernregel, 1949 formuliert, besagt, je häufiger ein Neuron mit einem anderen aktiv ist umso bevorzugter reagieren die beiden Neuronen aufeinander.

Damit gilt Donald O. Hebb als Entdecker des Modells der synaptischen Plastizität, welche die neurophysiologische Grundlage von Lernen und Gedächtnis darstellt.

Die Langzeit-Potenzierung (LTP) ist eine dauerhafte Zunahme synaptischer Kopplung als Folge erhöhter Erregung. Die Funktionsweise der LTP wurde erst nach der Hebbschen Lernregel entdeckt und erklärt wie eine solche Stärkung der Neuronenverbindungen funktioniert


6.19. Lernformen Überblick

Lernformen Überblick

Outline: Habituation (Gewöhnung) | Signallernen (Klassische Konditionierung) | Erfolgslernen (Instrumentelle/Operante Konditionierung) | Fertigkeiten (Motorisches Lernen) | Kognitives Lernen | Beobachtungslernen (Imitationslernen) ;

Notes:
Bevor die einzelnen Lernformen kommen, hier mal ein kompletter Überblick. Der Überblick ist sehr hilfreich, um die nachfolgenden Themen besser einordnen zu können.

Insgesamt werden 7 Lernformen behandelt, wobei man Prägung als Ausnahme sehen sollte, da nicht ganz klar ist, ob Prägung auch beim Menschen auftritt.


6.20. Habituation

Habituation

Outline: Eine der ältesten Anpassungsformen | Gewöhnung an häufig auftretende Reize | Charakteristika beim Menschen (Mazur, 2004) | Je anhaltender oder häufiger, desto schneller Gewöhnung | Effekt am Anfang an größten | Längere Zeit kein auftreten > neue Orientierunsreaktion | Verlernte Gewöhnung kann später schnell aktiviert warden | Gewöhnung an Reiz kann auf ähnliche Reize übertragen werden | ;

Notes:
Orientierungsreaktion: Das ist eine Aktivierungssteigerung als Reaktion auf neue oder unerwartete Reize.

Extrainfo: Die Bezeichnung „Habituation" führte William Thorpe (1944) in einem Fachaufsatz ein.

Thorpe definierte Habituation als „eine Aktivität des Zentralnervensystems, die dazu führt, dass angeborene Antworten auf schwache Stör- und Warnreize abnehmen, wenn der Reiz über längere Zeitspannen andauert, jedoch keine unvorteilhaften Auswirkungen hat“.


6.21. Prägung

Prägung

Outline: Irreversible Verknüpfung eines Verhaltens mit einem Reiz in frühen Lebensphasen | Konrad Lorenz – 1935 | Charakteristisch für Prägung | Nur in einer sensiblen Phase, meist frühes Entwicklungsstadium | Irreversibel und „therapieresisten“ | Bezieht sich auf Reizklassen (Menschen, Tierarten,…) | Nur eine bestimmte Reaktion oder Rollenverhalten | Prägung kann stattfinden, bevor sich das Verhalten zeigt;

Notes:
Ob Prägung auch beim Menschen auftritt ist derzeit umstritten. Prägung kann man als irreversibles Lernen beschreiben.


6.22. Klassische Konditionierung

Klassische Konditionierung

Outline: Auch als „Signallernen“, „Lernen vom Typ S“ | Iwan Pawlow, Nobelpreis 1904 | Untersuchung von Verdauungsprozessen bei Hunden | Begriffe | US: unconditioned stimulus | UR: unconditioned response | CS: conditioned stimulus | CR: conditioned respsone;US;UR;US;UR;CS;UR;CS;1.;2.;3.;

Notes:
Das „S" beim "Lernen vom Typ S" steht für stimulus.

Iwan Pawlow kam bei der Untersuchung der Verdauungsprozesse von Hunden eher zufällig auf das klassische Konditionieren. Den Nobelpreis 1904 gab es auch für seine Arbeit zu den Verdauungsdrüsen und nicht für das klassische Konditionieren.

1. Nach einem unconditioned stimulus (US) kommt es zu einer unconditioned response (UR). Also wenn Hunde ihr Futter sehen (US), bekommen sie Speicherfluss (UR).

2. Jetzt kommt noch ein zusätzlicher conditioned stimulus dazu (CS). Also immer wenn das Futter kommt (UC), dann klingelt auch noch eine Glocke (CS).

3. Nach einiger Zeit kommt es zum Auslösen der unconditioned response, ohne den ursprünglichen stimulus. Diese Reaktion bezeichnet man auch als conditioned response (CR). Also die Hunde bekommen Speichelfluss nur durch das Klingen der Glocke.


6.23. Phasen der klass. Konditionierung

Phasen der klass. Konditionierung

Outline: | | | | | | | Test von Rescorla bzgl. Vorhersagbarkeit - 1968 ;Zeit (Durchgänge);Stärke CR;Erwerb | (CS+US);Löschung | (nur CS);Pause;Spontanremission | (nur CS);

Notes:
Während des Erwerbs der Konditionierung wird der conditioned stimulus (CS) gemeinsam mit dem unconditioned stimulus(US) eingesetzt. Nachdem die Konditionierung erfolgt ist und nur noch der conditioned stimulus (CS) verwendet wird, kommt es zu einem langsamen Abbau der Konditionierung, also einer Löschung der Konditionierung.

Dennoch kann es nach einer Pause zu einer Spontanremission, also einer „Wiederkehr der Konditionierung" durch den conditioned stimulus kommen.

Robert Rescorla untersuchte 1968 den Zusammenhang zwischen unconditioned stimulus (US) und conditioned stimulus (CS). Eine Konditionierung kann nur dann stattfinden, wenn der CS den US verlässichlich vorhersagt. Je höher das Ausmaß der Wahrscheinlichkeit, dass nach dem CS auch der US kommt, desto stärker das Ausmaß der Konditionierung.


6.24. Klassische Konditionierung

Klassische Konditionierung

Outline: Bedeutsame Aspekte, Anderson – 2000 | Kopplungszahl (10-50), Zeitdifferenz | Kontingenz (zeitliches Nacheinander) | Reizintensität | Informativität (Blockierung durch unnötigen CS) | Generalisation, Diskrimination (Übertragung) | Konditionierung höhere Ordnung (neuer CS2 für CS1) | Angstkonditionierung | Seligman – 1970,1971 | Prädisposition von Reizen als Angstauslöser;

Notes:
Wichtige Aspekte für die klassische Konditionierung sind hier kurz zusammengefasst:
- Kopplungszahl/Zeitdifferenz: meistens reichen 10-50 Kopplungen aus. Das heisst, wenn US und CS etwa 10-50 mal gemeinsam dargeboten werden, dann ist bereits eine deutliche Reaktion sichtbar.
Außerdem ist die Zeitdifferenz zwischen CS und US wichtig.
- Kontingenz: Besagt einfach, dass das zeitliche Nacheinander von CS und US wichtig ist.
- Reizintensität: Ein CS ist wirksamer, wenn die Intensität oder Auffälligkeit höher ist. Eine Sirene ist wirksamer als ein leises Klingeln.
- Informativität: Gibt es bereits einen CS und es kommt ein weiterer hinzu, so hat dieser keine Auswirkung.
- Generalisation: Ein CS der einen CR auslöst, überträgt sich auch auf ähnliche andere Reize.
- Konditionierung höherer Ordnung: Für einen bereits gelernten CS kann ein weiterer als Vorhersage für diesen gewählt werden. Also CS2 > CS1 > CR.

Martin Seligman, ein US-amerikanischer Psychologe, fand eine Prädisposition von Reizen als Angstauslöser. Das heißt, nicht alle Reize sind gleichermaßer konditionierbar. Bestimmte Reize, z.B. Anblick von Spinnen, Schlangen, Tiefe, ..., sind weit stärker als andere.


6.25. Instrumentelles Konditionieren

Instrumentelles Konditionieren

Outline: Gesetz des Effekts („law of effect“) | E. I. Thorndike – 1898 | Verhalten ändert sich durch den ausgelösten Effekt | Stärkere Verhaltenstendenz durch belohnende Konsequenz | Schwächere Verhaltenstendenz durch bestrafende Konsequenz | Operantes Konditionieren | B. F. Skinner ( 1904 - 1990 ) | Verhaltensweisen werden als Operationen für die Veränderung aufgefasst;

Notes:
Instrumentelle Konditionierung wird auch als Operante Konditionierung bezeichnet.

Das Gesetz des Effektes besagt, dass sich der ausgelöste Effekt mit der Situation verbindet. Also wenn der Effekt (Reaktion) positiv war und eine ähnliche Situation auftritt, dann wird wieder dieser Effekt ausgelöst. War der Effekt negativ und eine ähnliche Situation tritt auf, dann wird nicht mehr dieser Effekt folgen.

Hier nochmal zur besseren Unterscheidung:

Klassisches Konditionieren: Ein (unconditioned) stimulus wird mit einem (conditioned) stimulus verbunden. Also für einen Reiz wird ein anderer Reiz konditioniert. Also S > S.

Instrumentelles Konditionieren: Ein Reiz wird mit einer Reaktion verbunden. Also S > R.


6.26. Vier-Felder-Schema nach Skinner

Vier-Felder-Schema nach Skinner

Outline: +;-;+;-;

Notes:
INFO: Nachdem hier fast sicher ein Beispiel kommt, sieh dir das genau an.

Überlege dir den Unterschied zwischen den 4 Varianten und speziell den Unterschied zwischen Bestrafung Typ I und Bestrafung Typ II.

Bestrafung Typ I (positive Bestrafung): Hier gibt es auf ein Verhalten eine negative Konsequenz und diese tritt auch ein. Typisch sind hier gesetzliche Strafen. Wenn du zu schnell fährst, dann gibt es eine Strafe.

Das heißt die Konsequenz (Strafe) ist negativ und diese Konsequenz tritt auch sicher ein. Damit lernt man (meistens) langsamer zu Fahren - also eine Verhaltensblockierung des zu schnell Fahrens.

Bestrafung Type II (negative Bestrafung): Hier gibt es zwar eine positive Konsequenz, aber die Konsequenz bleibt aus.

Wenn eine Ratte durch einen Druck auf einen Hebel kein Futter mehr bekommt, dann löscht sie diese Verhalten langsam und wird nicht mehr drücken. Die positive Konsequenz war das Futter zu bekommen, aber diese Konsequenz blieb aus.

Noch ein paar Beispiele für jeden Bereich. Hier geht es eher darum sich das Konzept zu merken und weniger darum tolle Beispiele zu haben:

(1) Wenn ich "Danke" sage, bekomme ich EIN Lächeln. Positive Verstärkung.

(2) Wenn ich nichts sage, passiert gleich zweimal nichts. Also sage ich weiterhin nichts. Negative Verstärkung.

(3) Wenn ich jemand beschimpfe, bekomme ich drei Watschen (Ohrfeigen). Das führt hoffentlich zu einer Verhaltensblockierung.

(4) Wenn ich jemand 4 Euro schenke, bekomme ich nichts zurück. Damit wir mein Schenken in Zukunft gelöscht.

Referenz: Buch Seite 188 | Online PDF Seite 105


6.27. Instrumentelle Konditionieren als Lernform

Instrumentelle Konditionieren als Lernform

Outline: Aspekte als Lernform | Situations- und Reizkontrolle | Kontingenz - Kontingenzregel | Generalisation, Diskrimination | Shaping – Verhaltensformung | Vorbildwirkung (Beobachtungslernen), verbale Aufforderung, Bitten | Primäre und sekundäre Verstärker | Kopplung mit anderen, erlernten Verstärkern | Verdeckte Verstärker mit stellvertretender Belohnungswirkung;

Notes:
Jetzt beziehen wir instrumentelle Konditionierung speziell auf Lernen und sehen uns an, welche Aspekte für das Lernen wichtig sind.

Generell wird dann instrumentell gelernt, wenn öfter eine bestimmte Situation wahrgenommen wird und diese Situation zu gewissen Reaktionen oder Konsequenzen führt. Dabei kann es entweder zur Verstärkung oder zur Bestrafung kommen.

Aspekte des Instrumentellen Lernens:
- Situationskontrolle/Reizkontrolle: Bestimmte Situationen oder Reize wirken als "Verstärkung" oder als "Hemmung". Bei manchen Menschen ist man motiviert eher mehr und offen zu sprechen, bei anderen das genaue Gegenteil.


- Kontingenz: Je regelmäßiger und öfter eine bestimmte Konsequenz auf eine bestimmtes Verhalten erfolgt, desto schneller erfolgt das Lernen.


- Generalisation/Diskrimination: Bestimmte Situationen oder Reize funktionieren nur unter bestimmten Bedingungen. Eine Aufmunterung funktioniert zum Beispiel meistens nur, wenn sie nicht sarkastisch ist.


- Shaping: Erwünschtes Verhalten wird verstärkt und unerwünschtes Verhalten ignoriert.


- Primäre und sekundäre Verstärker: Konsequenzen werden erst durch Kopplung mit anderen Konsequenzen negativ oder positiv. Ein primärer Verstärker ist zum Beispiel Essen oder Sex (direkt positiv), während ein sekundärer Verstärker erst erlernt wird, zum Beispiel Geld oder gute Noten.


Kontingenzregel: Je regelmäßiger und eindeutiger eine Konsequenz auf das Verhalten wahrgenommen wird, desto schneller wird gelernt.

Verdeckte Verstärker werden in kognitiven Lerntheorien (Bandura, 1977) beschrieben werden.


6.28. Sinnvolles Bestrafen

Sinnvolles Bestrafen

Outline: Regeln für sinnvollen und dosierten Einsatz | Zimbardo & Gerrig; Bourne & Ekstrand | Wirksamkeit: unangenehm, schnell, kurz | Kontingenz: unmittelbar nach unerwünschter Reaktion | Intensität: dem Fehlverhalten angepasst | Als natürliche Konsequenz verstehbar | Verhaltensorientierung: auf Verhalten, nicht auf Person | Auf gegenwärtige Situation beschränkt | Keine körperlichen Schmerzen | Alternativverhalten nahelegen;

Notes:
Belohnung ist generell ein effektiverer Weg zum Lernen. Trotzdem müssen wir uns hier auch mal sinnvolles Bestrafen ansehen. Die Punkte sind selbsterklärend.


6.29. Biofeedback

Biofeedback

Outline: Optisch/akustische Rückmeldung von physiologischen Reaktionen (Herzschlag,…) | Experiment, Schwarz – 1975 | Licht und Ton wenn Herzrate, Blutdruck sanken (1) oder stiegen (2) | Nach 20-30 Durchgängen | Gruppe (1) eine deutliche „Entspannungsreaktion“ | Gruppe (2) keine so eindeutigen Ergebnisse;+ | | 0 | | | -;

Notes:
Beim Biofeedback werden physiologische Reaktionen, welche man normalerweise nicht wahrnimmt, entsprechend optisch und/oder akustisch aufbereitet. Damit werden diese Reaktionen auch dem Bewusstsein zugänglich.

Schwarz führte ein Experiment mit männlichen Versuchspersonen durch, um zu Testen wie Herzrate und Blutdruck mit Biofeedback beeinflusst werden können. Das Experiment zeigte, dass eine Senkung von Herzrate und Blutdruck gut funktionierte, während eine Steigerung weniger gut funktionierte.





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