Künstliche Intelligenz beim Lernen

Künstliche Intelligenz beim Lernen

Erstellt: | Aktualisiert:

Künstliche Intelligenz beim Lernen an der Uni und in der Schule

Als Schüler*in und besonders als Student*in stehst du oft vor der Herausforderung, große Mengen an Lernmaterial in kurzer Zeit zu lernen. Da wäre es natürlich sehr hilfreich, wenn Künstliche Intelligenz (KI) etwas nachhelfen könnte. Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, dein Lernerlebnis zu revolutionieren oder zumindest einiges zu verbessern. Aber wie bei allem, gibt es auch hier Licht und einiges an Schatten. Lass uns einen Blick darauf werfen, was KI für dich beim Lernen leisten kann und welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt.

Vergiss dabei aber nie, dass KI einfach nur eines von vielen Werkzeugen für dich ist - sicher ein sehr hilfreiches, aber es soll nicht das einzige sein.

Möglichkeiten von KI beim Lernen

Stell dir vor, du hast ein intelligentes System, das genau versteht, was du bereits weißt und wo du Schwierigkeiten hast. KI kann dir personalisierte Lernwege bieten, die sich deinem Tempo und deinem Verständnis anpassen. Sie kann dir helfen, komplexe Themen durch interaktive Tools und visuelle Hilfsmittel besser zu verstehen. Außerdem ist KI rund um die Uhr verfügbar, sodass du jederzeit Fragen stellen und sofortiges Feedback erhalten kannst.

Soweit zum Werbetext ;) - in der Realität ist es natürlich (noch) nicht ganz so einfach und du musst auch einiges tun, damit es mit KI gut funktioniert. Sehen wir uns mal die Vor- und Nachteile an und dann die mögliche Nutzung.

Vorteile der KI-Nutzung

  • Personalisierung: KI passt das Lernen an deine Bedürfnisse an, was dir hilft, effizienter zu lernen.
  • Zeiteffizienz: Du kommst schneller voran, da KI dir hilft, dich auf die Bereiche zu konzentrieren, die für dich am wichtigsten sind.
  • Flexibilität: Mit KI-Tools kannst du überall und jederzeit lernen, was besonders praktisch ist, wenn du einen vollen Terminkalender hast.
  • Engagement: Durch interaktive und gamifizierte Lernansätze wird das Lernen weniger monoton und mehr motivierend.

Nachteile der KI-Nutzung

  • Abhängigkeit: Es besteht die Gefahr, dass du zu sehr auf die Technologie vertraust und dabei das selbstständige Denken vernachlässigst.
  • Überschätzung: Wenn es die KI gut erklärt und du es beim Lesen verstehst, heißt das noch lange nicht, dass du es auch bei der Prüfung weißt.
  • Datenschutz: Deine Daten sind Gold wert. Achte darauf, wer Zugriff darauf hat und wie sie verwendet werden.
  • Mangelnde menschliche Interaktion: KI kann den menschlichen Faktor – den Austausch mit Dozenten und Mitstudierenden – nicht ersetzen.
  • Zugangsbarrieren: Nicht jeder hat gleichermaßen Zugang zu den neuesten Technologien, was eine Ungleichheit in der Bildung fördern kann.

Tipps für die optimale Nutzung von KI beim Lernen

  • Ergänze, aber ersetze nicht: Nutze KI als Ergänzung zu traditionellen Lernmethoden.
  • Sei kritisch: Hinterfrage die Antworten und Lösungen, die KI dir bietet. Nutze sie als Ausgangspunkt für dein eigenes kritisches Denken.
  • Schütze deine Daten: Sei dir bewusst, welche Daten du teilst, und stelle sicher, dass du die Datenschutzbestimmungen der genutzten Tools verstehst.
  • Nutze Vielfalt: Setze auf eine Mischung aus verschiedenen Lernressourcen und -methoden, um ein ausgewogenes und umfassendes Verständnis der Themen zu erlangen.

KI im Lernprozess bietet dir viele Möglichkeiten, um effizienter und zielgerichteter zu studieren. Wichtig dabei ist allerdings, dass du auch selbst daran arbeitest die Ergebnisse für dich sinnvoll zu nutzen.

Damit du vernünftig mit KI arbeiten kannst, solltest du beginnen damit herumzuspielen und für dich rausfinden wo es hilfreich ist, wo es Schwächen gibt und wo es für dich überhaupt nicht passt.



So beginnst du am besten

Such dir einfach ein KI Tool aus, zu Beginn ist ChatGPT ganz gut, und spiele damit herum. Bei diesen Tools stellst du im Prinzip immer eine Frage (das nennt sich hier Prompt) und dann bekommst du eine Antwort.

Nehmen wir als Beispiele eine Vorbereitung auf eine Prüfung zur Psychoanalyse und du hast noch Null-Plan.

Prompt: Worum geht es in der Psychoanalyse?
ChatGPT: Die Psychoanalyse ist eine tiefenpsychologische Theorie und Therapiemethode, die von Sigmund Freud Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts begründet wurde. Sie zielt darauf ab, unbewusste mentale Prozesse zu verstehen und zu interpretieren, um psychische Störungen zu behandeln. Die Psychoanalyse geht davon aus, dass viele psychische Probleme ihre Wurzeln in nicht bewältigten Konflikten der Kindheit haben, die im Unbewussten verankert sind...

Das ist nur ein Teil der Ausgabe, hier kommt viel mehr zurück. Damit du das ganze etwas konkreter hast, ist es besser möglichst genau zu fragen. Damit kannst du auch konkrete Lücken besser klären.

Prompt: Wann ging Freud nach Paris? Warum ging er nach Paris und wen traf er dort? Welche Auswirkungen hatte das?

Hier bekommst du eine sehr ausführliche Antwort mit vielen zusätzlichen Informationen. Du kannst aber auch genauer definieren, wie lange (oder kurz) die Antwort sein soll.

Prompt: Wann ging Freud nach Paris? Warum ging er nach Paris und wen traf er dort? Welche Auswirkungen hatte das? Antworte jeweils in 1-2 Sätzen.
ChatGPT: Freud ging 1885 nach Paris, um am Hôpital Salpêtrière unter Jean-Martin Charcot zu studieren. Er ging dorthin, um seine Kenntnisse in Neurologie zu vertiefen und Charcots Arbeit mit Hysterie-Patienten zu beobachten. In Paris traf Freud Jean-Martin Charcot, einen führenden Neurologen, der seine Ansichten über Hysterie und die Anwendung der Hypnose prägte. Dieser Aufenthalt hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf Freud, indem er sein Interesse an psychischen Störungen weckte und die Grundlage für seine spätere Entwicklung der Psychoanalyse legte.

GANZ WICHTIG: Du solltest unbedingt überprüfen, ob diese Aussagen korrekt sind. Das kannst du gleich mit Lernen kombinieren! Nachdem du dir die ganze Antwort durchgelesen hast, überlegst du dir selbst die wichtigsten Punkte und fragst die KI einfach, ob das auch stimmt. Das könnte zum Beispiel so aussehen:

Promt:Stimmt diese Aussage: Freud ging 1885 nach Paris und traf dort Charcot, welcher eine starken Einfluss auf seine späteren Theorien hatte, insbesondere im Bereich der Hysterie und Hypnose.
ChatGPT: Ja, diese Aussage stimmt. Sigmund Freud ging tatsächlich 1885 nach Paris, wo er an der berühmten neurologischen Klinik Hôpital Salpêtrière unter Jean-Martin Charcot arbeitete und studierte. Charcot war zu dieser Zeit eine führende Autorität auf dem Gebiet der Neurologie und hatte sich insbesondere durch seine Studien zur Hysterie und die Anwendung der Hypnose als therapeutische Methode einen Namen gemacht. Der Einfluss Charcots auf Freud war erheblich und trug wesentlich dazu bei, Freuds Interesse an den psychologischen Ursachen physischer Symptome zu wecken. Dies führte zur Entwicklung seiner Theorien über das Unbewusste, die Psychoanalyse, sowie seine spätere Arbeit über Hysterie und den Einsatz der freien Assoziation anstelle der Hypnose.

Und jetzt noch viel Erfolg bei deinen eigenen Versuchen!






Fri, 21. Jun 2024 | 25